L'Allondon

Eckdaten

Von Satigny nach La Pleine

 

Marschzeit 3h

 

Strecke 11.9 km     auf 215 m       ab 274 m

 

Karte/n 1:50'000 260T

 

Anforderung:

Route

Wo immer ein Flüsschen die Grenze zu einem Nachbarland bildet, ranken sich mehr oder wenige wilde Gerüchte über abenteuerliche Schmuggler darum. Da sollen einmal zehn ganze und lebende Schweine durch das Wasser gerieben worden sein, und dort sogar Diamanten in toten Hühnern. Vom Allondon, dem kleinen Grenzfluss zwischen dem Kanton Genf und Frankreich existieren ähnliche Geschichten von kühnen und heldenhaften Gestalten, deren Namen man noch kennt, aber niemals aussprechen würde.

 

Leider folgt der Wanderweg für die vorgeschlagene Route nur noch teilweise dem alten Schmugglerpfad, aber der Bach ist auch nicht auf der ganzen Länge Grenze! Ich starte in Satigny und folge vom Bahnhof weg dem ausgeschilderten Weg durch den malerischen Ort mit den typischen Häusern - und Kellern! - hinauf zu den ausgedehnten Rebhängen. Satigny ist die grösste Weinbaugemeinde der Schweiz. Über Chouilly führt mich das Strässchen zur Moulin Fabry am Ufer des Allondon. Sie besteht aus drei oder vier stattlichen Gebäuden, die auf einen vergangenen Wohlstand schliessen lassen. Über eine schmale Brücke gelangt man ohne alle Formalitäten nach Frankreich, ich aber wechsle die Flussseite nicht und folge dem schweizerischen Ufer nach Südwesten.

 

Nach knapp 2km verlasse ich den Wasserlauf und gelange beim Campinglatz auf ein Strässchen, das der Wanderweg aber schon bald wieder verlässt, um durch den Grand Bois zu den Reben zurück zu kehren. Je nach Wetter ist dieser Teil der Route sehr schweisstreibend, denn es gibt kaum einen Baum auf der Hochfläche L’Epine, und ein Gasthaus ist ebenfalls nicht auszumachen. Vielleicht arbeiteten die Schmuggler früher genau deswegen nur nachts?

 

Lohn für diese Anstrengung ist das malerische Dorf Russin, das ich der Länge nach durchquere. Den direkten Zugang zur Rhône versperrt die Eisenbahn. Ich muss ihren Geleisen folgen, bis ich bei der Eisenbahn-Brücke ebenfalls den Allondon überqueren kann. Die letzten Meter vor der Mündung begleite ich ihn auf der rechten Seite und schwenke dann nach rechts, um dem Wasser der Rhône zu folgen. Nach ungefähr 600 Metern überspannt eine Strassenbrücke den Fluss und weist mir den Weg zur Station.

CERN

Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire heisst die Europäische Organisation für Kernforschung, die ihre Anlagen keine 2km vom kleinen Dorf Choully unmittelbar jenseits der Landesgrenze aufgebaut hat. Von unserer Wanderroute aus kann man die Gebäude nicht sehen, denn sie stehen in einer Senke. Und hören, wie die Elektronen, Protonen oder Neutronen im Untergrund durch den kreisförmigen Tunnel sausen, kann man ebenfalls nicht.

 

In dieser gigantischen Anlage wird physikalische Grundlagenforschung betrieben. Diese soll eines Tages Aufschluss darüber geben, wie das Universum und mit ihm unser Sonnensystem und vielleicht auch das Leben auf der Erde entstanden sein könnte. An diesen Projekten, bei denen atomare Teilchen bis auf beinahe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, arbeiten über 10‘000 Wissenschaftler aus 85 Nationen mit einem jährlichen Budget von über 1 Milliarde Franken.

 

Ursprünglich waren Forschungen zur Gewinnung von Kernenergie an diesem Standort vorgesehen. Schon bald wurde jedoch erkannt, dass die Anlagen auch für andere Projekte benutzt werden konnten, sofern man sie dafür ausbaut und erweitert. 1957 nahm der erste Teilchen-Beschleuniger seinen Betrieb auf, und er wurde erst 33 Jahre später abgeschaltet, weil er inzwischen veraltet war. Der grösste bisher gebaute Ringtunnel, in welchem Elektronen und Positronen mit unheimlich viel Energie aufgeladen und zur Kollision gebracht wurden, hat eine Länge von 27km. Das ergibt einen Durchmesser von fast 9km.

 

Die Computer, welche die ungeheure Menge an anfallenden Daten verarbeiten sollen, werden fortlaufend neu konstruiert und erweitert. Das Rechenzentrum für die vier grössten Experimente füllt heute einen ganzen Saal, vergleichbar mit einer Sportarena. Einzelne Module sind nur für ganz spezielle Rechnungen ausgelegt und sind deshalb vernetzt. Um die Resultate auf einfache Art unter den beteiligten Universitäten austauschen zu können, wurde das Internet entwickelt und seither weiter ausgebaut zu dem, was wir heute und www verstehen.

 

Obwohl einige ober- und unterirdisch angelegte Teile des CERN auf französischem Boden liegen, unterstehen sie der administrativen Verwaltung der Schweiz.

Routenprofil

Schmuggelpfad über den Neutronen
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route