Chandolin

Eckdaten

Von Chandolin nach Chandolin

 

Marschzeit 3h

 

Strecke 10.2 km     auf 663 m       ab 663 m

 

Karte/n 1:50'000 273T

 

Anforderung:

Route

Der Illgraben ist ein besonders berüchtigter Ort im Unterwallis, und zwar deshalb, weil der Illbach alle paar Monate mit seiner gewaltigen Kraft zu Erosion mit gewaltigen Murgängen sorgt. Sein Geschiebe hat die Rhône auf einer Länge von etwa 5 Kilometern an den nördlichen Rand ihres Tales gedrängt, dafür Platz geschaffen für das Dorf Susten.

 

Meine Wanderung führt nur gerade an die obere Kante des 600 Meter tiefen Talkessels, denn in diesem gibt weder Weg noch Steg! Von der Bushaltestelle in Chandolin aus durchmesse ich fast den ganzen Ort in westlicher Richtung und steige dann immer tiefer hinab durch Les Invers Richtung Soussillon.

 

Kurz vor dem Weiler schwenkt mein Weg jedoch nach Norden und klettert steil hinauf zu den verstreuten Häusern von Pramin d’en Haut. Von hier habe einen fantastischen Blick hinüber nach Vercorin mit seinem markanten Hausberg Crêt du Midi. Über diesem steht die Sonne vom Ort aus gesehen tatsächlich genau um die Mittagszeit!

 

Weiter geht’s empor durch den Echert du Coucou (gemäss Wörterbuch die Kosten des Kuckucks??) bis zur ausgedehnten Waldlichtung Ponchèt. Durch den lockeren Baumbestand zieht sich eine ungefähr kilometerlange Bisse, aber die einsame Wirtschaft zieht mich mehr an.

 

Nach der wohltuenden Pause steige weiter zur Geländekante, von der ich in die schauerliche Steinwüste hinab schauen kann. Meine Rast dauert nur kurz, ich weiss ja nicht, wann der Wanderweg sich in die Tiefe verabschiedet. Dann möchte ich nicht mehr hier stehen, bzw. kauern!

 

Den höchsten Punkt lasse ich links liegen und mache mich auf den Abstieg, der sich in etlichen Schleifen und Schlenkern zu den Hütten von Pramarin zieht. Immer schräg vor mir steht das stolze Illhorn, das den Club der Beinahe-Dreitausender dominiert. Aber die anderen sind nur etwas weiter entfernt, jedoch ein bisschen höher!

 

Da ich mich weiter oben bereits verköstigt habe, folge ich nicht dem Weg über die Cabane Illhorn, sondern steuere das langgezogene Dorf Chandolin an, das ich vor etwa vier Wegstunden verlassen habe. An der Hauptstrasse finde ich auch wieder die Bushaltestelle.

 

Illgraben

Der weiche Dolomit, der in den Walliser Bergen nicht allzu selten vorkommt, bildet für wilde Bäche, wie der Illbach einer ist, eine vortreffliche Voraussetzung, ein wildes, unzugängliches Tal zu graben. Vom 2716 Meter hohen Illhorn mündet der Bach bei Susten, nahe der Gemeinde Leuk, in die Rhône. Die ganze Umgebung und das Gelände der beiden Ortschaften hat er modelliert und geprägt. Mit dem fast 200 Meter hohen Schwemmkegel hat er die viel grössere Rhône an die gegenseitige Talflanke gedrückt und im westlichen Teil den Pfynwald geformt.

 

Dem für gewöhnlich bescheidenen Bergbach würde kaum jemand eine derartige Gewalt und Macht zuschreiben, aber durch starke Niederschläge bei Gewittern und während der Schneeschmelze, vorallem wenn sie noch mit Regen zusammen fällt, bringt er viel Geschiebe mit und verursacht mehrere Male im Jahr heftige Murgänge. Die feineren Bestandteile führen zu einer Trübung des Rhônewassers gelangen mit diesem bis in den Genfersee.

 

Mit derartigen Ereignissen hat sich der Illbach ein 1500 Meter tiefes Tal in den Fels gespült und den Schutt unten im Rhônetal zu einem stattlichen Schuttkegel aufgetürmt. Im Illgraben konnte sich wegen der andauernden und massiven Abtragung keine Vegetation ansiedeln.

 

Um die Bewohner der Ortschaften Siders und Leuk zu schützen, wurde nach dem verheerenden Ereignis im Jahre 1961 ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet und installiert. Das wohl wichtigste Element dieser Vorkehrungen bildet eine Talsperre, welche die gröbsten Geröllmassen aufhalten soll. Ergänzt wird dieses Bauwerk durch 29 weitere, kleinere Sperren und einer ganzen Reihe, zum Teil elektronischer, Hilfsmittel. Jahraus, jahrein wird der Niederschlag im gesamten Einzugsgebiet automatisch durch Niederschlagswippen gemessen, Geophone registrieren auch feinste Erschütterungen des Bodens und Echolote, Radar- und Laser-Messgeräte überwachen das Geschehen kontinuierlich. Auf diese Weise ist es heute möglich, Hochwasser und Murgänge in einem Zweitraum von 15 Minuten vorherzusagen und akustische und optische Warngeräte in Gang zu setzen.

 

Wo der Illbach das Rhônetal erreicht, überspannt seit 2002 die Bhutanbrücke dessen Bachbett und verbindet die beiden Teile des Wallis. 

 

Routenprofil

Ein schrecklich imposantes Tal
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route