Weisstannental

Eckdaten

Von Mels nach Weisstannen

 

Marschzeit 4h

 

Strecke 10.8 km     auf 844 m       ab 342 m

 

Karte/n 1:50'000 237T / 247T

 

Anforderung:

Route

Das Dorf Weisstannen machte vor wenigen Jahren auf eine ganz besondere Weise von sich reden. Die Kinderzahl im kleinen Ort schwand so stark, dass der Betrieb in der Dorfschule nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte. Statt nun die verbleibenden Schüler hinunter nach Mels zu karren, drehten die Weisstanner den Spiess um und suchten gewillte Eltern, welche ihre Kinder in die kleine Bergschule schicken wollten. Also aus der Käfighaltung hinauf auf die Alp - wenn dieses Bild überhaupt gestattet ist. Und oh Wunder, die Schule in Weisstannen konnte auf diese Weise gerettet werden.

 

Meine Wanderung startet beim Bahnhof Mels und folgt dem Bachlauf bis zur Strassenbrücke. Das ist der Weg nach Vermol, aber ich kürze die weiten Kehren der Strasse ab und gewinne rasch an Höhe. Kurz unterhalb des Dorfes mit dem Namen, der mich irgendwie nach Hustenpastillen erinnert, zweige ich ab und nehme den Weg, der parallel zur Seez taleinwärts führt.

 

Über ungezählte Bachläufe, die ihr Wasser in die wilde Seez liefern, treffe ich nur selten auf Häuser. Verkehrslärm gibt es von der Strasse herauf auch nur wenig, also bleibt nur noch das Rauschen des Wassers oder mein Puls zu hören. Aber der Weg verläuft fast eben.

 

Von der Siedlung Esel an, stehen Häuser zu beiden Seiten und dann erreiche ich Steinegg und könnte hier das Postauto für den Rückweg besteigen. Aber ich fühle mich noch fit genug, auch die letzten gut zwei Kilometer zu bewältigen. Allerdings beginnt der Rest mit einem nahrhaften Aufstieg, der mich ins Schwitzen bringt.

 

Dass der Hang unterhalb der Felsabbrüche Bärenboden heisst, beunruhigt mich nicht, denn ich fühle mich weder als Schaf noch als Geiss. Und sollte ich einem Bär begegnen, würde ich mich hüten, zu blöken oder zu meckern. Mit derlei Gedanken im Kopf komme ich dem Fluss und der Strasse immer näher und schliesslich taucht der Kirchturm von Weisstannen auf.

 

Vor der Heimreise suche ich das in der alten Dorfsäge untergebrachte Museum auf und verpflege mich anschliessend in einem der beiden Hotels.

Die Weisstanne

Der Name der Weisstanne rührt von der typischen, weiss gestreiften Nadelunterseite. Sie war bis vor 200 Jahren in Europa weit verbreitet, aber durch die Kahlschlagwirtschaft der auf Gewinn orientierten Forstbetriebe, sowie durch die Bevorzugung der schneller wachsenden Fichte, oder Rottanne, sehr stark zurück gedrängt. Daneben spielte auch die aus dem Nahen Osten eingeschleppte Weisstannentrieblaus und Verbissschäden durch Rotwild eine gewisse Rolle.

 

Ohne derartige Einflüsse kann eine Weisstanne 500 bis 600 Jahre alt werden und erreichen in dieser Zeit eine Höhe von bis zu 60 Metern. Die Form der Krone kann stark variieren und hängt vom geografischen Standort und noch mehr von den herrschenden Lichtverhältnisse ab. Junge Tännchen im Schatten der grösseren bilden eine flache Krone, die jedoch schnell in die Höhe wächst und eine spitzkegelige Form annimmt, sobald sie sich ans Licht gekämpft haben.

 

Ebenfalls nach dem Licht bilden sich die ledrigen Nadeln aus. Während diejenigen auf der Lichtseite des Baumes schmaler und kürzer sind, erkennt man die Schattennadeln an ihrer Länge und Breite, aber auch am flügelförmigen Querschnitt. Die Zapfen stehen aufrecht auf den Zweigen und entlassen die Samen im Herbst nach ihrer Reifung in den Wind.

 

Das Holz ist kaum widerstandsfähig gegenüber Insekten und Pilzbefall. Hingegen ist es wesentlich witterungsbeständiger als das der Rottanne. Ihr erfolgreiches Wachstum ist auf genügend Wasser im Boden angewiesen und ausserdem reagiert sie äusserst empfindlich auf Spätfrost und luftundurchlässige Böden. Leider liebt der weit verbreitete Hallimasch genau dieselben Voraussetzungen, weshalb ihm geschwächte Bäume fast schutzlos ausgeliefert sind. Er befällt die hauptsächlich Wurzeln, was an denen meist die Weissfäulnis hervor ruft.

 

Routenprofil

Wanderung hinein in die Abgeschiedenheit
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Das Wetter auf der Route