Aa-Schlucht

Eckdaten

Von Grafenort nach Engelberg

 

Marschzeit 3h

 

Karte/n 1:50'000 T245

 

Kategorie: Leichte Wanderung

 

Ausrüstung: Wanderschuhe

Route

Diese Wanderung führt durch eine äusserst eindrückliche Schlucht und insgesamt 12 mal über den Wasserlauf der Engelberger Aa. 

 

Von der Station Grafenort (569) begeben wir uns nach Westen zur Aabrücke, zweigen aber vor dem Fluss nach links ab und folgen dem rechten Raufer bis zur Schleissenbrügg. Hier überqueren wir den Bachlauf zum ersten Mal und steigen fast unmerklich dem Wasser entgegen bis zur nächsten Brücke. Wir folgen dem Weg zwischen Bahnlinie und Bach bis zur Obermatt (670), wo das Wasser aus dem Kraftwerk in einem grossen Becken zurückgehalten wird. Bei Bedarf lässt sich von hier das Wasser mit überschüssiger Bandenergie aus Atomkraftwerken wieder hoch pumpen, um ein weiteres Mal den so begehrten Strom zu liefern.

 

Bei der Arnibrügg (665) wechseln wir wieder die Talseite, und der gelb markierte Wanderweg wird zum rot-weiss-rot markierten Bergweg. Jenseits des Widerwällhubels quält sich die Autostrasse in einigen Spitzkehren bergwärts und die Bahn käme auf diesem Abschnitt ohne die Zahnräder nicht sehr weit, von ihr sehen und hören wir jedoch nichts, denn sie verläuft seit 2010 in einem sicheren Tunnel. Beim Schwandliloch wechseln wir wieder für kurze Zeit die Talseite über die Brücken Vier und Fünf. Wo das Tobel wieder enger wird, folgen sich die Flussübergänge in kurzen Abständen, jedenfalls gelangen wir an den Eugenisee, einem weiteren Speicherbecken für das Wasser aus dem Trüebsee, auf der östlichen Seite der Aa. Dem Uferweg entlang queren kurz nacheinander zwei Wasserläufe und erreichen die Talstation der Bergbahn. Schliesslich gelangen wir über die Autostrasse ins Dorf Engelberg (1000) mit der Endstation der Zahnrad-Bahn.

 

 

Seit 10 Jahren wird diese die schmale Schlucht von der Eisenbahn in einem Tunnel umfahren, denn die Trasse wurde schon mehrfach bei Hochwassern in Mitleidenschaft gezogen. Weil dann meist auch die Strasse nicht mehr benützt werden kann, ist in solchen Situationen der Touristenort Engelberg von der Umwelt völlig abgeschnitten.

Exklave Engelberg

Nicht zuletzt wegen der seiner abgeschiedenen Lage entwickelte sich das Dorf nur sehr langsam und erst während der letzten Jahrzehnte. Lange prägte die Landwirtschaft und die im Jahre 1120 gegründete Benediktinerabtei im Kloster Engelberg die Geschicke des Tales. Obwohl es mehreren Brandfällen zum Opfer fiel - das letzte Mal 1729 übrigens durch die Unachtsamkeit  der Studenten beim Umgang mit Feuerwerkskörpern - wurde der Betrieb ohne Unterbruch bis heute weiter geführt.

 

Der Name Engelberg soll auf einer Legende beruhen. Engelsstimmen, die von der Höhe des Berges Hahnen herunter hallten, sollen die Gründung einer Abtei veranlasst haben. Aus diesem Grunde wurde der Engel wohl auch im Wappen des Ortes verewigt. Bis ins 17. Jahrhundert beherbergte das Kloster sowohl Nonnen als auch Mönche, welche sich unter die Schirmherrschaft der Eid-genossen stellten. Im Jahr 1798 gab das Kloster die Ansprüche auf die Herrschaftsrechte im ganzen Tal auf und akzeptierte die neue Helvetische Verfassung, welche nach den Grundprinzipien der Französischen Revolution gestaltet war. Sie brachte Rechtsgleichheit und Gewaltentrennung. 

 

Vergeblich forderte der Kanton Nidwalden die Unterstützung der Gemeinde Engelberg im Kampf gegen die neue Staatsform, welcher von den Französischen Truppen im September dieses Jahres blutig beendet wurde. Nach der vernichtenden Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht in Leipzig erledigte sich dieses Kapitel fast von selbst, jedoch wollten einige Kantone zur ständischen Verfassung zurückkehren. 1815 Beschlossen allerdings alle Kantone ausser Nidwalden den neuen Bundesvertrag. Engelberg zog sich aus dem immer radikaler werdenden Widerstand im Tal zurück und schloss sich dem Kanton Obwalden an. Als Bundestruppen die Nidwaldner zum Einlenken bewegen konnten, blieb Engelberg eine Exklave der Nachbarn.

 

Von diesen Wirren ist dem inzwischen touristisch erschlossenen Dorf nichts mehr anzusehen. Von der Arbeit des Wassers während und nach der letzten Eiszeit hingegen schon: Der flache Talboden stammt noch von einem grösseren See, der damals durch einen Felssturz vom Titlis aufgestaut worden war. Geröll und Sand füllten diesen jedoch während Jahrtausenden bis auf einen kleinen Rest wieder auf. Dieser Weiher heisst Eugeniesee und wird für die Stromerzeugung heute künstlich reguliert.

Routenprofil

Über ein Dutzend Brücken musst du geh'n
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route