Passo della Garina

Eckdaten

Von Loco nach Aurigeno (Maggiatal)

 

Marschzeit 3h30min

 

Strecke 8.6 km     auf 616 m       ab 959 m

 

Karte/n 1:50'000 276T

 

Anforderung:

Route

Kennen Sie Max Frisch? In seiner Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“ kommt dieser Passübergang vom Centovalli ins Maggiatal vor. Wenn wir also diesen Weg beschreiten, wandeln wir sozusagen auf literarischen Pfaden.

 

Ich fahre zuerst ab Locarno oder erst ab Ponte Brolla mit dem Postauto hoch hinauf nach Loco, das über dem steilen Abgrund des Valle Isorno thront. Für Interessierte steht hier noch die alte Mulino di Loco zum Besuch bereit, genaue Informationen unter aimulini.com/mulino.

 

Etwa in der Dorfmitte zweigt mein Weg von der recht engen Dorfstrasse ab und gewinnt bald an Höhe. Die Seilbahn, deren Trasse wir unterqueren ist leider eine Transportbahn für Güter! Ungefähr parallel zum schmalen und tiefen Tal des Ri del Vò erreiche ich nach einem stotzigen Zickzack-Weg die zerstreuten Häuser von Ighelon in einer idyllisch gelegenen Waldlichtung.

 

Nach einem weiteren stotzigen Wegstück gelange ich auf den ausgedehnten offenen Hang von Campo, an dessen oberem Ende die Passhöhe auf mich wartet. Kurz vorher zweigen zwei weitere Wanderwege ab. Der erste schwenkt nach links führt zum Pizzo Peloso, während der zweite nach Osten weist und den Salmone erklimmt. Ich halte die Richtung nach Norden bei und steige nach dem höchsten Punkt hinab ins Valle di Lareccio.

 

Hoch über dem Ri di Dentro geht‘s nun abwärts zur Maggia, die sich bereits als breites, silbernes Band ausmachen lässt. Die Aussicht ist wahrlich atemberaubend.  Nachdem ich mich satt gesehen habe, richte ich meine Aufmerksamkeit besser wieder auf den Weg, der nun in engen Kehren zu einer kleinen Brücke über ein Bächlein hinunter führt. Anschliessend wird‘s wieder gemütlicher.

 

Hoch über mir stehen die Häuser von Doledo im Wald, ich ziehe jedoch weiter zu den Reben von Chiazza und sehe unter mir bereits Terra di Fuori. Bei einer typischen Tessiner-Kirche treffe ich auf das Fahrsträsschen nach Aurigeno, wo mich erwartet das Postauto erwartet, mit dem ich zurück nach Locarno fahre.

Ponte Brolla und Mulino di Loco

Ponte Brolla

 

Bei der engsten Stelle des Maggiatales, dort wo sich die Melezza aus dem Centovalli mit der Maggia vereinigt und mit der grösseren Schwester in den Lago Maggiore zu fliessen, liegt der winzige Ort Ponte Brolla. Hier trennten sich einst die beiden Bahnlinien, von denen aber nur noch die Centovalli-Bahn übrig geblieben ist und von der Maggiabahn lediglich eine museumsreife Brücke.

 

Ponte Brolla ist sozusagen ein Hotspot für Badefreunde in wildromantischer Umgebung, für Taucher zwischen blanken Felsen und in völlig klarem Wasser, für Klippenspringer, welche sich in die tiefen Wasserkessel fallen lassen sowie für Kletterer an ganz speziellen Felswänden und schliesslich für alle, die vom Ufer oder von der alten Bahnbrücke aus dem bunten Treiben zusehen wollen.

 

Weil jedoch im oberen Lauf der Maggia eine ganze Reihe von Stauseen das Wasser zurückhalten oder für die Stromproduktion in Druckstollen umleiten, könnte es genau an dieser engen Stelle leicht noch enger das heisst gefährlich werden. Sollte aus irgend einem Grund Wasser aus einem der Seen abgelassen werden, steigt nämlich der Pegel an dieser engen Stelle unheimlich schnell um etliche Meter an.

 

Mulino di Loco

 

Zur Zeit der Selbstversorgung stand in fast jedem Dorf eine Mühle, die oft genossenschaftlich betrieben wurde. In Loco steht diese Mühle noch und ist sogar noch funktionstüchtig. Einst waren es im ganzen Onsernonetal 27 solcher Betriebe.

Nach einer umfassenden Restaurierung kann der Besucher beobachten, wie auf den alten Mühlesteinen aus einer der ältesten Nahrungsquellen in dieser Region das begehrte Polentamehl - farina bona - gemahlen wird.

 

Der mulino steht an der Strasse etwas westlich ausserhalb des Dorfes am Bergbach Bordione, der früher acht Mühlen angetrieben hat. Gleich darunter rauscht ein spektakulärer Wasserfall, bevor sich das Wasser mit dem des Isorno vereint.

 

Das zweigeschossige Haus beherbergt ausser der eigentlich Mühle im unteren Stockwerk auch noch ein kleines aber sehr feines Museum. Es informiert anschaulich über die Geschichte und die ausgefeilte Technik der Kornmühlen im Tal.

 

Anmeldungen ausserhalb der ordentlichen Öffnungszeiten nimmt der Müller gerne entgegen auf 079 598 10 75 oder marcomorgantini@bluewin.ch

 

Routenprofil

Eindrückliche Bilder in abgelegener Landschaft
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Das Wetter auf der Route