Monte Püscett

Eckdaten

Von Corzoneso (Val Blenio) nach Ludiano

 

Marschzeit 5h

 

Karte/n 1:50'000 T286

 

Kategorie: Leichte Bergwanderung

 

Ausrüstung: Wanderschuhe, Wanderstöcke!, ev. Feldstecher

Route

typischer Baustil
typischer Baustil

Im Bleniotal finden wir viele Dörfer, deren Namen zwar wohl in den Ohren klingen, von denen wir aber bisher noch nie etwas gehört haben. Bei der Durchfahrt ist manchmal nicht einmal möglich festzustellen, wo das eine aufhört und das nächste anfängt. Ungefähr auf halbem Weg zwischen Olivone und Biasca liegt als eines der wenigen auf der westlichen Talseite Comprovasco, und etwa einen Kilometer talwärts Roccabella. Genau hier zweigt eine Strasse ab und erklimmt in etlichen spitzen Kehren Corzoneso. Erstaunlich wie locker der Postchauffeur diese Strecke meistert!

 

In Corzoneso schnüre ich die Schuhe etwas fester, denn der markierte Wanderweg (weiss-rot-weiss) steigt recht stotzig hinauf zum oberen Ortsteil namens Campiroi. In weitem Zickzack führt ein Fahrsträsschen weiter hinauf, aber der Wanderweg kürzt ab, ist dadurch steiler, aber auch kürzer. Physikalisch wirkt sich das auf meine Leistung überhaupt nicht aus, also nehme ich den kürzeren.

 

Immer wieder treffe ich auf einsame Häuschen in oder an einer Lichtung und muss staunen ob der Mühsal, die der Bau dieser Behausungen gekostet wohl hat. Schliesslich geht’s ein bisschen abwärts nach Auros. Die Leute hier haben sich wenigstens für die Waren eine kleine Seilbahn gebaut. Ob nicht doch ab und zu der Nono auch mal mit fährt? Ich halte hier eine Viertelstunde inne, denn die Aussicht ist sagenhaft. Die Berggipfel auf der gegenüberliegenden Talseite heissen alle Cima - und etwas dazu, aber das macht’s leichter!

 

 

Bei Sgiümell muss ich mich entscheiden, ob ich 120 Höhenmeter bis Püscett noch mag. Der Abstieg führt sowieso wieder hier vorbei. Auch dieser Weg kürzt die weiten Kehren der Strasse ab und zieht an der schmucken Kapelle bei Rasoira vorbei nach Valè. Um die Kniescheiben etwas zu schonen böte sich der Umweg über Navone an, ansonsten erreiche mit 22% Gefälle das malerische Dorf Ludiano hoch über der Talenge zwischen Motto und Semione. Vom Castello an der südlichen Hügelflanke sind nur noch Reste zu sehen. Aber die lassen erahnen, wie mächtig die Burg einmal gewesen sein muss.

Castello di Seravalle

Nicht nur in und rund um Bellinzona entstanden im Mittelalter gewaltige und furchteinflössende Befestigungsanlagen. Das - oder besser der? - Castello di Seravalle im Bleniotal zählte dabei wohl zu einem der imposantesten Bauwerke dieser Zeit. Allein schon die noch heute nur unvollständig ausgegrabenen Reste lassen dessen Bedeutung erahnen.


Die weitläufigen Ruinen stehen auf dem Felsrücken südlich von Ludiano auf der rechten Talseite. Stehen geblieben sind ein ansehnlicher Teil der Umfassungsmauer mit den Resten einer Toranlage. Zu was die übrigen Mauerreste, Säulen und Balkone einmal gedient haben mögen, erschliesst sich dem Laien zwar nicht, aber regt ihn doch zum Staunen an über die Langlebigkeit der damaligen Baukunst. Die zur Burg gehörende Kapelle stammt aus dem 16. und 18. Jahrhundert und präsentiert sich noch weitgehend im Originalzustand. Funde belegen jedoch, dass an der gleichen Stelle schon viel früher eine Kapelle gestanden haben muss.


Die Wohn und Repräsentationsräume lagen im Hauptteil der Burg. Die Ausmasse dessen Innenfläche lässt auf eher kleine Zimmer und Kammern schliessen. Allerdings gab es daneben auch grössere Säle und breite Gänge für festliche Anlässe. Gleich neben einer breiten, einladenden Treppe vom Innenhof zur Hauptburg lässt sich im Westteil der ehemalige Küchentrakt ausmachen. Dazu gehörte auch ein überdimensionaler Backofen und eine Vorratskammer.


An der Peripherie der Burg lagen die Verteidigungseinrichtungen mit einem erst später gebauten Flankierungsturm, aber der wohl stärkste Teil bildete der Donjon, der Wohnturm. Da dieser ausserhalb des durch die Ringmauer geschützten Bereichs stand, musste er über eine Brücke zugänglich gewesen sein.


Die heute sichtbaren Ruinenteile wurden 1928/1930 durch den Schweizerischen Burgenverein freigelegt und teilweise restauriert. Leider war es zur damaligen Zeit nicht üblich, die gefundenen Teile archäologisch zu deuten und in einen Zusammenhang zu stellen. Deshalb ist es heute bedauerlicherweise nicht mehr möglich eine architektonische Entwicklung zu erkennen.

Routenprofil

Anstrengende Panoramatour mit ungeahnten Ausblicken
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route