Maggia-Tal

Eckdaten

Von Someo nach Maggia

 

Marschzeit 2h

 

Strecke 7.8 km     auf 252 m       ab 292 m

 

Karte/n 1:50'000 T265T

 

Anforderung:

Route

Die Maggia ist ein seltsamer Fluss. Nach seinem Bett zu urteilen, müsste er ein wildes, ungestümes Gewässer sein, dem sich freiwillig niemand nähern würde. Aber im manchmal sehr breiten Kiesbett oder weiter unten zwischen mächtigen Felsblöcken sprudelt meist ein braver Bach, der an heissen Sommertagen zum Baden einlädt. Die Lösung liegt weiter hinten und oben. Dort wird der grösste Teil des Wassers in ungezählten Stauseen zurückgehalten, und was wir im unteren Teil des malerischen Tales antreffen, ist lediglich das Restwasser. Der ehemals tosende Fluss wird erst wieder er selber, wenn bei einer der Staumauern die Schleusen geöffnet werden.

 

Ich lasse mich vom Bus bis nach Someo fahren und steige ausserhalb des Dorfes an der breiten Umfahrungsstrasse aus. Gleich jenseits dieser Strasse nimmt mich der Wanderweg auf und führt mich zu einem etwa 300 Meter langen Ganggelisteg und darüber auf die andere Seite des Flusslaufes.

 

Von nun an folge ich dem Wasser talwärts durch lichte Wälder, über sonnige Lichtungen und vorbei an verfallenden oder liebevoll restaurierten Rustici. Nach etwa einer Stunde treffe ich auf einen weiteren Steg, der hinüber führt nach Giumaglio. An dieser Stelle lässt sich wunderschön ausruhen auf den wärmenden Steinen und vom Wanderweg herab Klippenspringen mitten hinein in die tiefste Stelle am Fusse des Felsens.

 

Auf dem weiteren Weg entferne ich uns von der Maggis und erreiche das schmucke Dorf Lodano mit wunderschön gepflegten Pergole und - wenigsten im Herbst - reifen Kastanien. Jenseits des Dorfes steigt der Weg hinauf nach Torn und Lair, wo auch ab und zu ein Bildstock am Wegrand steht.

 

Kurz vor Moghegno verlasse ich das Strässchen, um auf dem schmalen Fusspfad nochmals ans Wasser zu gelangen, denn hier lässt es sich's schöner auf den Bus warten, als auf der gegenüber liegenden Flussseite auf dem Parkplatz des Einkaufscenters von Maggia.

Die Maggia und ihr Tal

Die Maggia entspringt etwas über 50 Kilometer nördlich ihrer Mündung, am Passo del Naret. Der gleichnamige See ist wie viele kleinere im Oberlauf der Maggia ein Stausee, dessen Wasser zur Gewinnung von Elektrischer Energie genutzt wird. Es sind dies jährlich um die 144 Megawatt.

 

Das Restwasser fliesst am hintersten Dorf Fusio vorbei steil hinab nach Peccia. Wegen des grossen Gefälles beschreibt die Strasse auf diesem Talabschnitt über ein Dutzend Spitzkehren. Hier vereinigt sich die Maggia mit dem Fiume Peccia, dem aber weiter oben ebenfalls Wasser abgeschöpft wird.

 

Bei Bignasco erhält die Maggia wieder Wasser aus einem Seitental. Die eigentlich mächtigere Bavona nährt in der Region Robiei etwa 3 grössere Stauseen und eine ganze Menge kleinerer, natürlicher Seen. Bei Foroglio kann übrigens der höchste Wasserfall des Tessins bestaunt werden. Gleich neben dem Dorf fällt das Wasser der Calnegia fast 100 Meter tief.

 

Bei Cevio mündet nochmals eine beachtliche Menge Wasser in die Maggia. Es stammt  aus dem Valle di Campo, zu dem eine schmale Strasse in Schwindel erregenden Kurven hinauf führt. Bosco Gurin ist die einzige deutschsprachige Gemeinde des Kantons und ein beliebtes Wintersportgebiet.

 

Ab hier zieht sich ein breites Kiesband mit einem eher schmächtigen Wasserlauf, der sich immer wieder in kleinere Rinnsale teilt, das Tal hinab. Ein beachtlicher Teil des Wassers fliesst unter den gewaltigen Kiesmassen und ist daher nicht sichtbar. Das Geschiebe wurde weit oben abgetragen, als die Wälder zur Gewinnung von Bau- und Brennholz kahl geschlagen wurden. Aus diesem Grund reicht der riesige Mündungskegel im Lage Maggiore bis in die Hälfte der gesamten See-Breite.

 

Das Dorf Maggia ist das Verwaltungszentrum der ganzen Talschaft und beherbergt die Zentralschule sowie ein Spital. Das ruckelige Bähnchen, das früher die Dörfer bdiente, wurde im Jahre 1965 still gelegt und durch Busse ersetzt. An einigen Stellen sind noch beredte Zeugen dieser Bahnlinie zu entdecken.

 

Bei Avegno wird das Tal schmal - teilweise sehr schmal sogar. Der Fluss zwängt sich zwischen enorm grossen Felsblöcken hindurch, was zwar zum Hineinspringen und zum Tauchen lockt, aber wegen unberechenbarer Strömungen gefährlich werden kann.

Routenprofil

Vom wilden Fluss zur Kieswüste - aber sie lebt!
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route