Lavizzara

Eckdaten

Von Peggia nach Fusio

 

Marschzeit 2h30min

 

Karte/n 1:50'000 T266

 

Kategorie: Leichte Bergwanderung

 

Ausrüstung: Wanderschuhe, Wanderstöcke

Route

Das Val Lavizzara zählt nicht zu den meist begüterten Tälern der Schweiz. Wäre da nicht der Stromrappen aus der Verwertung des Wassers, hätten die Menschen wohl schon vor Jahren ausziehen müssen.

 

Meine Route führt durch den hintersten Teil des Maggiatales, bevor das Gebiet der vielen Stauseen beginnt. Ich starte in Peccia, wohin ich mit dem Postauto gefahren bin und bewältige gleich zu Beginn einen steilen Aufstieg unterhalb einer bedrohlichen Felswand. Die Strasse müht sich über ein Dutzend Spitzkehren bergwärts. Mein Pfad kürzt einige von denen ab und ist dadurch noch steiler.

 

Bis der Weg etwas flacher wird, habe ich bereits über 200 Höhenmeter geschafft und kann ehrfurchtsvoll hinunter blicken in den tiefen Schlund, den sich der Bach gegraben hat. Dass da hinauf überhaupt eine Strasse führt, ist wohl auch der Elektrizitätswirtschaft zu verdanken.

 

Bei Corsgell holt sie mich wieder ein und nimmt mich mit bis zu einer Wasserfassung. Durch einen unterirdischen, 35km langen Stollen wird von hier Wasser in den Lago die Palagnedra im Centovalli geführt. Dann verabschiede ich mich wieder vom Talboden und umgehe das nächste Engnis, um nach Mogno hinauf zu steigen.

 

Hier ist das Tal wieder breiter und lädt eher zum Wohnen ein. Es gibt sogar einen kurzen Skilift. Das Dorf ist vor Hochwasser und Murgängen aus dem Tal des Ri d’Agrello durch massive Dämme geschützt. Schliesslich steht hier auch ein kulturelles Juwel, eine Kirche des Stararchitekten Mario Botta. Sie ist ein Besuch wert.

 

 

Es gibt ab hier zwei Wege nach Fusio, ich habe den auf der östlichen Talseite gewählt. Er führt über zwei wilde Seitenbäche und zeigt mir aus leicht erhöhter Warte die eigenartige Topografie des Tales mit Höckern und Mulden, bis schliesslich auf der Gegenseite das Dorf Fusio auftaucht. Dessen Häuser kuscheln sich eng aneinander, wie wenn sie sich gegenseitig schützen möchten vor den Unbillen der unberechenbaren Natur.

Bogenstaumauer

Die elegant gebogene Staumauer des Lago del Sambuco bei Fusio ist mit ihren 120m Höhe sehr geeignet, von der Krone Papierflieger starten zu lassen. Bei günstigen Bedingungen schweben diese bis zu 5 Minuten lang im Aufwind.

 

Bogenstaumauern präsentieren sich im Gegensatz zu den Gewichtsstaumauern erstaunlich schlank. Sie halten dem gewaltigen Druck des gestauten Wassers nicht mit ihrer Masse stand, sondern leiten die immensen Kräfte mit ihrer Wölbung auf die beiden Hänge ab. Das solide Gestein zu beiden Seiten lässt das Durchbiegen der Mauer einfach nicht zu. Je nach Situation vor Ort werden solche Bauwerke in Zylinderform, als Gleichwinkelstaumauern oder als Kuppelstaumauern gebaut. Bei Letzterer sind sowohl der Radius, also der horizontale Bogen, als auch der Winkel, der senkrecht verlaufenden Krümmung, variabel. 

 

Diese Form eignet sich besonders gut in engen und tief eingeschnittenen Tälern. Dem Fuss im Untergrund kommt bei derartigen Mauern ebenfalls eine grosse Bedeutung zu, muss doch auch der Boden einen grossen Teil der Druckkräfte aufnehmen. Deshalb sind die gigantischen Sockel meist tief im Gestein eingegraben und nicht sichtbar.

 

Die ersten Bogenstaumauern in Europa konstruierten die Römer im französischen Vallon de Baume in der südlichen Provence. Die Mauer von Glanum war 12m hoch, 18m breit und knapp 4m dick und diente der Wasserversorgung der nahen Stadt. Sie war als Doppelschalenmauer konstruiert, und der Zwischenraum wurde aufgefüllt mit Sand und Kies. Am Ende des 19. Jhrds. wurde dieser ein neuer Damm übergestülpt, um  dem See ein grösseres Stauvolumen zu verleihen.

 

 

Die Staumauer am Eisernen Tor in Antiochia, dem heutigen Antakya, stammt aus der Zeit um 540 n.Chr. und dürfte weltweit die älteste noch teilweise erhaltene ihrer Art sein. Sie war ein Zwischending aus Bogen- und Gewichtsmauer und gleichzeitig Teil eines Tores der Stadtbefestigung (Eisernes Tor). Sie mass 17m in der Höhe. Auch von den Mongolen sind ein paar Bogenstaumauern bekannt und teilweise erhalten geblieben, wie die Kurit- Talsperre. In der Schweiz steht eine der ältesten Bogenstaumauern Europas am Lac de Montsalvens und ist noch heute in Betrieb (siehe Route Monsalvens im Gebiet Mittelland).

 

 

Die Leitstute der Herde, La Bionda, kennt inzwischen die Präsidentin des Vereins so gut, dass sie ohne Scheu auf sie zukommt, wenn sie ihr die heiss geliebten Birnen bringt.                                            www.cavallidelbissbino.ch

Routenprofil

Eines der ärmsten Täler der Schweiz
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route