Al Passo

Eckdaten

Von Mergoscia nach Contra

 

Marschzeit 3h

 

Strecke 6.6 km     auf 487 m       ab 734 m

 

Karte/n 1:50'000 276T

 

Anforderung:

Route

Hoch über der Magadinoebene und über dem Lago di Vogorno thronen die Häuser von Mergoscia, welche die vier ursprünglichen Siedlungen Benitt, Büsada, Lissoi und Mergoscia verschmelzen lassen.

 

Ich fahre mit dem Bus bis zur letzten Haltestelle Posta, nahe der stattlichen Kirche dei Santi Corpoforo e Gottardo. Hier empfängt mich der Wanderweg in westlicher Richtung empor nach Lissoi. Etwas unterhalb des Weges liegt Büsada (oder Busada - je nach Massstab der Karte!). Im Wald steige ich hinein in die tief eingegrabene Kerbe eines wild rauschenden, aber namenlosen Baches. Viele Seile überspannen das Tal, wer weiter oben wohnt, trägt seine Einkäufe nicht gern auf dem Buckel.

 

Nach der Brücke beginnt die Steigung, es sind etwa 400 Höhenmeter bis zur nächsten Siedlung. Die Gegend ist bekannt durch die zahlreichen Vipern, die hier zu Hause sind. Wer ein Foto schiessen will, sollte den Apparat bereit halten, sonst ist die Chance für eine gelungene Aufnahme recht gering. Angst braucht man nicht zu haben, sie fliehen vor unseren schweren Tritten!

 

Auf Sotto Cresta mit einer Kapelle an der Felskante erlebe ich einen wahrhaft Atem beraubenden Ausblick und im hübschen Grotto eine fein duftende Polenta.

 

Nach der willkommenen Pause setze ich mich wieder in Bewegung und nehme bei der Verzweigung kurz vor den Häusern Corte del Bafa den linken Weg. Er führt deutlich abwärts und erreicht nach wenigen Kehren Ai Monti.

 

Gut habe ich die Schuhe straff geschnürt, ansonsten würden wohl die Zehen an der Kappe anstossen! Der Pfad wird immer stotziger, oder ich bilde mir dies wenigstens ein. Kleine Grüppchen von kleinen Häuschen stehen still und einsam in kleinen Waldlichtungen, und ich frage mich, ob man hier auch Zugang zum Internet hat.

 

Fast unvermittelt treffe ich auf die erste Strasse, die sich aus dem Tal herauf wagt. Die weiten Schleifen kürzt mein Weg ab und ich erreiche bei der Kirche von Contra die Bushaltestelle.

 

Magadino-Ebene

Wie auf der Karte leicht zu erkennen ist, entstand die Magadino-Ebene durch die Ablagerungen von Sedimenten, die der Fluss Ticino ablagerte. Bis zur Flusskorrektion anfangs des 20. Jrhds. war sie ein abweisendes Sumpfgebiet, das lediglich von Wanderhirten mit ihren Schafherden betreten werden konnte. Ganze Schwärme von Insekten verbreiteten Krankheiten, wie die Malaria, und zum Ackerbau eignete sich der dauerfeuchte Boden nicht.

 

Erst durch die Trockenlegung gewann die moorige Erde an Attraktivität für die Landwirtschaft. Diese hat sich in den vorigen Jahrzehnten allmählich auf den Anbau von Gemüse spezialisiert. Seit wenigen Jahren wird in der grossen Fläche auch Reis angebaut, der Boden scheint dafür besonders geeignet zu sein, und Wasser steht genügend zur Verfügung.

 

Allerdings gehen durch die Bautätigkeit, Bahnzufahrt zum neuen Ceneritunnel, Autobahnanschlusswerk und viele Industriebauten, wertvolles Land verloren. Dazu stehen eine weitere Bahnlinie zwischen Bellinzona und Locarno mit einem Umsteigebahnhof in Planung.

 

Lediglich in der Nähe der Mündung des Ticino in den Lago Maggiore konnte mit den Bolle di Magadino ein stattliches Areal unter Naturschutz gestellt werden. Seine Altwasserarme, Tümpel mit wertvollen Schilfgürteln und artenreichen Auenwäldern bieten einer breit gefächerten Tierwelt Unterschlupf und Lebensraum.

 

Die ersten Siedlungen dürften in der Magadino schon im 10. Jrhd. entstanden sein. Auch die Römer hinterliessen zahlreiche Spuren. Allerdings wagten sich die Menschen damals nicht ins Flachland vor, sondern liessen sich hauptsächlich an den nahen Bergflanken und auf trockenen Schuttkegeln nieder. Dies schützten sie vor den Überschwemmungen durch den mäandrierenden Fluss. Dessen Kanalisierung und der Bau von Schutzdämmen in den Jahren 1844 - 1847 erlaubten die Urbanisierung. Zudem ermöglichte der Bau der Gotthardbahnlinie einen regen Handel mit den erwirtschafteten Gütern.

Routenprofil

Route mit fantastischem Panorama
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route