Fadära

Eckdaten

Von Seewis nach Malans

 

Marschzeit 3h

 

Strecke 9.1 km     auf 323 m       ab 735 m

 

Karte/n 1:50'000 238T/248T

 

Anforderung:

Route

Die alte Dame in Dürrenmatts Theaterstück kehrt nach langem Auslandaufenthalt nach Güllen zurück. Ich war fest davon überzeugt, dass dieser Ortsname eine leicht bösartige Erfindung des Dichters wäre. Falsch! Es gibt Güllen als Ortsteil von Grüsch im Prättigau, wo ich vom Zug auf das Postauto umsteige.

 

In Seewis starte ich meine Tour in südwestlicher Richtung und verlasse das geometrisch exakt orchestrierte Dorf an der Reha-Klinik vorbei. Der Weg zieht sich mehr oder weniger eben über den Hang, durchquert unterhalb der grossen Häuser im Bifang ein Waldstück und folgt dann einem Strässchen bis Raraglia.

 

Zwischen Wald und Sumpf steige ich nun ganz sachte „hinter“ dem Mannaswald zur Furgga und dann in weitem Zickzack zum Gasthaus Fadära. Hier scheint mir die Zeit gekommen für eine Pause mit einer schmackhaften Mahlzeit. Und Durst habe ich auch noch dazu.

 

Die Kalorien kann ich anschliessend gut gebrauchen, denn nun folgt ein gut hundert Meter hoher Anstieg auf den Fadärastei. Von diesem herrlichen Aussichtspunkt zieht sich ein Felsband bis hinab in die enge Chlus, die sich die Landquart in Jahrtausenden geschaffen hat.

 

In über zwanzig spitzen Kehren windet sich der Weg nun durch den Wald hinunter - mal nach Osten und mal nach Westen, begrenzt durch die Fadärafluh zur einen und dem schroffen Steibruch zur anderen Seite. Erst beim Sagachopf bietet sich die Möglichkeit, den Letzteren zu queren und in die sonnenbeschienene Weite des Malanser-Hanges zu wechseln.

 

Unter mir breiten sich sich die Rebhänge aus, die durch zwei zuverlässige Bergbäche mit Wasser versorgt werden, und dann nähere ich mich bereits den ersten Häusern des typischen Weinbaudorfes Malans, das sich schon zur Bündner Herrschaft zählt.

 

Ganz unten im Talboden beim neueren Quartier des Ortes finde ich die Station der Rhätischen Bahn, mit der ich die Heimreise antrete.

 

Sperrstelle Chlus

In der engen, schluchtartigen Klus, durch die sich die Landquart bei Malans hindurch zwängt, spielte während des Zweiten Weltkrieges eine wichtige Rolle zur Absicherung des Rückzugsgebietes „Reduit“ der Schweizer Armee. Als Teil des Festungsgebietes Saargans wurden die Anlagen ab dem Jahre 1937 von zivilen Unternehmern gebaut und gelten heute als schützenswertes militärisches Denkmal.

 

Schon um 1200 entstand an dieser strategisch wichtigen Stelle am Fusse einer steilen Fluh auf der nördlichen Seite des Flusses die Burg Fracstein. Von hier aus liess sich die wichtige Verbindung der Region Zürich mit dem Flüelapass effizient überwachen. Als Zusatz diente eine Letzimauer von der Felswand bis zum Flussufer als Sperre.

 

Die im 20. Jrhd. erstellte Sperrstelle umfasste ein Infanteriewerk mit den notwendigen Einrichtungen zu einem monatelangen Aufenthalt einer Mannschaft, Maschinengewehren, kleineren Bunkern für die Aussenverteidigung und Kavernen für Infanterie-Kanonen. Ausserdem verfügte das Werk auch über geschützte Beobachtungsposten, eine Kommandozentrale mit Zugang zum festinstallierten Miltärtelefonnetz, umfangreiche Munitionslager, eine eigene Wasserversorgung und einen Felsfriedhof.

 

Neben der Talstrasse entlang der Landquart sollten auch die Passübergänge im Rätikon in der Gegend der Schesaplana gesichert werden. Um diese Aussenwerke einfacher erreichen, zu können wurde von Malans aus eine Festungsseilbahn zum Älpli an der Flanke des Vilan gebaut. Sie trug damals die Bezeichnung MSB (Militärseilbahn) 105. Diese dient heute dem Tourismus und ist bei Bergwanderern sehr beliebt. Sie wird unterhalten von einem genossenschaftlich organisierten Verein, dem Älplibahnverein, der auch das Bergrestaurant betreibt.

 

Mit diesen Einrichtungen konnten zwei Ziele erreicht werden: Zum einen sollte eine Umgehung der Festung Sargans über die Gebirgspässe verunmöglicht oder mindestens erschwert und zum anderen das Eindringen ins Reduit über die gut ausgebaute Talstrasse verhindert werden.

 

Routenprofil

Weite Flächen über engster Schlucht
SA24 Download.pdf
Adobe Acrobat Dokument 784.0 KB

Das Wetter auf der Route