Kartause Ittingen

Eckdaten

Von Üsslingen nach Frauenfeld

 

Marschzeit 2h

 

Strecke 7.5 km     auf 104m       ab 91m

 

Karte/n 1:50'000 216T

 

Anforderung:

Route

Das Tal der Thur entstand vor etwa 20’000 Jahren und wurde vom Thurgletscher ausgehobelt. Ursprünglich mäandrierte die Thur über die ganze Breite des Talbodens, weshalb die Ortschaften an die eher sicheren Hänge zu beiden Seiten gebaut wurden.

 

In Üsslingen entlässt mich das Postauto, beziehungsweise dessen Chauffeur, und ich schlage den Weg nach Norden ein, weil das die gelben Wegweiser so vorschlagen. Schon nach wenigen Metern schwenke ich dann aber nach Osten und verlasse das Dorf parallel zum Thurlauf.

 

Nach einem guten Kilometer durchquere ich die Langfuri, wo der Weg einen Doppelknick beschreibt. Dasselbe Muster zeigt er noch einmal beim Breitacker, sodass ich zwischen einer Rebhalde und einem Bauernhof zur Kartause gelange. Ich kann es nicht lassen, einen kurzen Rundgang durch die respektable Klosteranlage „einzubauen“ und die wunderschön hergerichteten Gebäude zu bestaunen.

 

Langsam senkt sich der Weg dann an Überbleibseln im alten Flusslauf vorbei gegen das Ufer der Thur. Die schmale Strassenbrücke erlaubt mir, auf die andere Seite zu wechseln, wo mich das gekieste Strässchen auf dem Hochwasserdamm der Murg erwartet.

 

In zwei schnurgeraden Abschnitten wandere ich nun auf dem Gelände des Waffenplatzes Frauenfeld dem neben der Sitter wohl bedeutendsten Thurzufluss entgegen. Nach etwa 700 Metern überquert eine solide Betonbrücke das Wasser. Es ist die Zufahrt für die Panzer aus den Einstellhallen zum Gefechtsgebiet. Nach der Kläranlage folgt eine solide Furt mit dem selben Zweck.

 

Nach der Unterführung unter der breiten A7 erreiche ich den Murgauenpark, eine sorgfältig hergerichtete Freizeitanlage und einem renaturierten Fluss-Abschnitt mit Kiesbänken und Platz zum Spielen im und am Wasser. Fast nahtlos gerate ich nun in die hektische Betriebsamkeit der Stadt, folge aber weiterhin dem Murgufer bis zur Gleisunterführung, durch welche ich direkt auf die Perrons des Bahnhofs gelange. Auf dem Vorplatz finde ich auch die Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn, der Stadtbusse und der Postautos.

 

Thur-Korrektion

Seit der Thurgletscher das breite Tal ausgehoben hatte, schlängelte sich der Fluss in weiten Mäandern durch die Ebene und brauchte dafür viel Platz. Da sie sich nach heftigen Niederschlägen oder bei der Schneeschmelze nicht in einem See austoben kann, kam es mehrmals jährlich zu teilweise verheerenden Überschwemmungen. Das war der Grund, weshalb die Ortschaften an den Flanken des Tales, etwas über der Talsohle, erhöht errichtet wurden.

 

In den Gemeinden entstanden eigenständige Projekte, um diese unwillkommenen Zustände zu vermeiden. Die lokal sehr eingeschränkten Verbauungen lenkten die Probleme jedoch häufig zu den Nachbarn weiter, was zu Zwist und Streitereien, aber nie zu einer Gesamtlösung, führten.

 

Nach der Gründung des Kantons Thurgau im Jahre 1803 wurde der Gewässerunterhalt zur kantonalen Aufgabe erhoben. Dadurch wurde eine übergeordnete Planung möglich. Die erste Thurkorrektion brachte nicht nur einen umfassenden Hochwasserschutz, sondern eine komplette Umgestaltung des ganzen Tales. Die durchgehende Kanalisierung des Flusses mit den dazugehörenden Schutzdämmen verursachte eine optische Verarmung. Das Flussbett wurde möglichst nah an die Talflanke gelegt, um nur an einer Seite einen Schutzdamm errichten zu müssen, und alle Seitenbäche zog man ebenso schnurgerade zum künstlich erstellten Binnenkanal.

 

Die fast 30 Jahre dauernden Bauarbeiten brachten der Landwirtschaft grosse, völlig ebene Anbauflächen bis an die Schutzbauten heran. Leider wurde der Unterhalt der Dämme anfänglich etwas vernachlässigt, weshalb diese in den Jahren von 1965 bis 1978 dreimal brachen und das Hochwasser Millionenschäden verursachte.

 

Heute wird die Thur technisch fast lückenlos überwacht, sodass anstürmende Wassermassen frühzeitig erkannt werden können. Zudem sind die Dämme baulich verstärkt und in einigen Abschnitten vom Flussbett weg verlegt worden. Dadurch gab man dem Fluss wieder die Möglichkeit, sich im  breiteren Bett besser austoben zu können. Ausserdem entstanden Laichplätze für die Fische und Schutzregionen für Wasservögel.

 

Routenprofil

Kulturell und hydrologisch interessante Eindrücke
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route