Sörenberg

Eckdaten

Vom Kemmeriboden nach Sörenberg

 

Marschzeit 3h

 

Strecke 8.9 km     auf 651 m       ab 1467 m

 

Karte/n 1:50'000 244T

 

Anforderung:

Route

Der Kemmeriboden ist fast die hinterste Festung der Zivilisation am Oberlauf der Emme. Und was für eine! Das äusserst gepflegte Hotel lädt zum längeren Verweilen und dies auch im Winter, wenn die Eiszimmer stehen! Schon ein Besuch auf der Website lohnt sich.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite des jungen Flusses, also am nördlichen Ufer, empfängt mich der Wanderweg und geleitet mich am Hang entlang aufwärts. Schon bald verabschiedet sich die Emme unten im Tal, sie entspringt weiter südlich „hinter“ der Hohgant. Ich folge dem Lauf des Bärselbaches unter den Felsen über dem Schneebärgli zum Fahrsträsschen.

 

Weiter geht’s an den Häusern von Schneeberg vorbei gegen den Weiler Salwidili. Die Häuser scheinen sich aneinander zu kuscheln, als ob sie vor irgend einem Berggeist Angst hätten. Sie stehen hier an der Wasserscheide zwischen dem Tal der Emme und dem der Waldemme. Die Linie zwischen diesen beiden Einzugsgebieten ist weder klar zu ziehen noch klar zu sehen. Ich würde mich jedoch nicht zu lange damit aufhalten, denn nach dem Schwenker des Weges nach rechts sind es nur noch wenige Meter bis zum Gasthaus Salwidili. Von der Zeit her steht es hier gerade richtig, denn der Aufstieg hat einiges an Kalorien verbrannt.

 

Gestärkt und ausgeruht ziehe ich nun weiter bergan. In zwei weiten Kehren weiche ich dem Sumpf in der Salwide aus und dem höchsten Punkt der Husegg ebenfalls. So treffe ich auf den ersten Skilift des ausgedehnten Schneesport-Gebietes von Sörenberg. Die Pisten sind auch im Sommer ohne Schnee exakt auszumachen.

 

Der Weg führt ungefähr ebenaus dem Hang entlang in westlicher Richtung zum Schwandgraben. Hier finde ich noch weitere Zeugen des Winter-Tourismus. Während die einen zur Schwarzenegg hinauf führen, streben andere nach etwas Höherem, dem Hundchnubel. Ich hingegen strebe zur Bergstation der Seilbahn auf der Rossweid. Hier bietet wieder ein Gasthaus seine Dienste an, bevor ich mich in die Gondel wage, um nach Sörenberg hinab zu fahren.

Biosphären-Reservat

Das Entlebuch beherbergt eine einzigartige Landschaft von internationaler Bedeutung. Vier der über 60 noch bestehenden, wunderschönen Moore sind Bestandteil des UNESCO Biosphäre Entlebuch (UBE). Die Region um Salwildili zählt sogar zu den bedeutendsten Feuchtgebieten der Welt.

 

Im über 400 qkm grossen Areal liegen nicht nur die grössten zusammen hängenden Moorlandschaften, sondern lebet auch eine der vielfältigsten Tier- und Pflanzenwelt. Ein reicher historischer und kultureller Hintergrund führt denn auch zu einem breiten und bunten touristischen Angebot. Hier pflegt die einheimische Bevölkerung noch Brauchtum und Traditionen, ohne den Bezug zur Gegenwart zu verschlafen.

 

Die Annehme der Rothenturm-Initiative durch das Schweizer Volk im Jahre 1987 erkannten die Entlebucher Gemeinden, dass die vermeintlich einschränkenden Vorschriften und Verordnungen durchaus für die Entwicklung der eigenen Region positiv genutzt werden konnten. Mit der im Jahre 2000 beschlossenen Schaffung eines Biosphären-Reservates war es möglich, die wertvollen natürlichen Rssourcen so zu nutzen, dass die empfindliche Naturlandschaft der Nachwelt erhalten bleiben wird.

 

Das Entlebuch verkam in der Folge nicht zu einem Freiluft-Museum, sondern ein grossflächiges Experimentierfeld für nachhaltiges Leben und Natur schonende Wirtschaft. Mit dem Label UBE stellte sich das Entlebuch auf die gleiche Stufe wie beispielsweise die Galapagos-Inseln in Ecuador oder die Serengeti in Tansania.

 

In einer als Kernzone definierter Fläche werden die die natürlichen und Natur nahen Ökosystem mit dem Instrument Naturschutz optimal entwickelt. Dabei spielt die Unterteilung in Hoch- und Flachmoore, Felsformationen, Jagdbanngebiete und Auerwälder eine erhebliche Rolle. Die anschliessenden Pflegezonen erlauben eine extensive Nutzung durch die ortsansässige Bevölkerung. Den grössten Teil des Reservats macht die Entwicklungszone aus. Hier kann sich Land- und Forstwirtschaft sowie Industrie und Gewerbe nachhaltig entwickeln. Dabei sind auch Dienstleistungen (Seilbahnen und Skilifte) nicht ausgeschlossen.

Routenprofil

Route durch das UNESCO Biosphären Reservat
Enthält alle obigen Informationen
MW05 Download.pdf
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Das Wetter auf der Route