Leuzigenwald

Eckdaten

Von Arch nach Lohn SO

 

Marschzeit 2h30min

 

Strecke 10.9 km     auf 207 m       ab 362 m

 

Karte/n 1:50'000 233T / 243T

 

Anforderung:

Route

Ein besonders ausgefallenes Highlight kann diese Tour nicht bieten. Die Wanderung über den Hügel mit glazialer Vergangenheit und Blick auf die mäandrierende Aare zwischen Solothurn und Grenchen ist einfach nur erholsam. Die alltägliche Hektik findet anderswo statt!

 

Ich starte in Arch, einem der etlichen Dörfer an einer stillgelegten Bahnlinie, der die Autobahn den Rang abgelaufen hat. Der Wanderweg führt mich Richtung Hügel, von wo schon die Kirche winkt. Auf der zweiten Abzweigung gelange ich durch den Hof Siebenmatt in den Wald. Die Benützung der Strasse lässt sich nicht vermeiden, aber das Stück ist nur kurz.

 

Mal steigt der Weg, dann geht’s wieder leicht nach unten - mal im Wald, dann wieder am Waldrand - mal sehe ich Eichhörnchen, dann wieder Häuser. Also eine abwechslungsreiche Tour immer im Schatten und immer mit den sanften Geräuschen der Natur. Ab und zu bücke ich mich, um einen Stein aufzuheben und seine Maserung genauer anzuschauen oder die Äderung eines halb vermoderten Blattes vom letzten Herbst zu fühlen.

 

Südöstlich von Leuzigen streife ich das Ägelmoos, eine leichte Kuhle, in welcher früher von einem Gärtnereibetrieb Rhododendren und Azaleen gezüchtet wurden. Einige der Pflanzen haben in dieser feuchten Umgebung überlebt.

 

Das Strässchen in der Mulde zwischen Lercheberg und dem eigentlichen Leuzigenwald nimmt mich mit durch die Mörismatt beinahe ebenaus über die Grenze der Kantone Bern und Solothurn, die hier ein paar seltsame Ecken beschreibt.

 

Am sonnigen Waldrand liegt der Hof Hinter Grimpach. Hier schwenke ich hart nach rechts zu einem kleinen Wäldchen, das fast schützend den Weier im Graben in seiner Mitte versteckt. Im noch schwach erkennbaren Tälchen des vermutlich eingedolten Baches verläuft der Wanderweg hinab nach Lüterkofen mit einer Bushaltestelle im Zentrum. Das Nachbardorf Lohn verfügt sogar über eine Station der Regionalbahn Bern - Solothurn.

 

Grenchen

Granechun hiess im Jahre 1131 ein Dorf, genannt nach dem damaligen Wort graneca für Kornscheune. Schon seit der Antike wohnten an diesem Ort Menschen, wie Reste eines römischen Gutshofes belegen. Bei Grabungsarbeiten in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden eine Tonscherbe und ein Ring aus Bronze gefunden.

 

Aus dem 10. Jahrhundert stammt die Genchener Burg, die heute auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Bettlach steht und deswegen auch Bettleschloss genannt wird. Anfänglich war sie wohl aus Holz gebaut und wurde nach etwa 200 Jahren durch einen Bau aus massiven Steinen ersetzt. Dies verlieh ihr wesentlich bessere Chancen, eine kriegerische Auseinandersetzung zu überstehen. Trotzdem brannte sie schon bald aus und wurde nicht wieder aufgebaut. Nach 1400 verschwand sie aus den Urkunden. Als Steinbruch diente die Ruine dann für den 1583 beschlossenen Bau eines Gefängnisturms in Grenchen.

 

Das burgeigene Verlies wurde erst 1806 abgebrochen. Das dadurch gewonnene Material dient dem Aufbau der neuen römisch-katholischen Kirche, die dem Heiligen Eusebius geweiht ist. Sogar die Grabplatten der Herren von Grenchen fanden im Fundament eine neue Verwendung.

 

Auf einem alten Gemälde erscheint Grenchen als kleines Dorf in offener Landschaft mit viel Grün darum herum. Der Flurname Kastels nordöstlich des Dorfkerns entstand vermutlich in Anlehnung an die dort oben im Wald gelegene Burgruine. Auch das Schulhaus der Stadt trägt diesen Namen.

 

Ab 1851 erlebte der Ort unter den bekannten Herren Girard und Schild den Beginn der Industrialisierung mit den noch heute bekannten Uhren-marken. Dieser Wirtschaftszweig dominiert Grenchen bis heute. Die vielleicht bekanntesten Namen sind Eterna und Fortis. Etliche andere verschwanden während der letzten Uhrenkrise von 1970 vom Markt. Auch die Einwohnerzahl sank unter diesen Umständen markant ab.

 

1857 erlebte Grenchen den Anschluss an das Eisenbahnnetz der Schweizerischen Centralbahn von Solothurn nach Biel. Nach der 1927 erfolgten Elektrifizierung wurde die LInie nach wenigen Jahren auf Doppelspur umgebaut. Heute wird diese Strecke von der SBB als Jurasüdfuss-Linie mit den Neigezügen bedient.

 

Routenprofil

Gemütliche Wanderung im Solothurner Aareland
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route