La Berra

Eckdaten

Von Charmey nach La Berra

 

Marschzeit 4h

 

Strecke 10.1 km     auf 932 m       ab 192 m

 

Karte/n 1:50'000 225T

 

Anforderung:

Route

Für Ostschweizer und -innen ist die Region Gruyère wahrscheinlich nicht so bekannt, wie der Alpstein. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, lassen sich auf diesen Hügeln und Gipfeln sowie an den zahlreichen Seen ebenso gut fantastische Ausblicke und Einblicke erwandern.

 

Diese Route startet in Charmey, einem charmanten Ort am Lac de Montsalvens, das den Touristen viele möglich Aktivitäten anbietet, und folge der Strasse in fast nördlicher Richtung gemächlich aufwärts zum Quartier Les Ciernes. Dort wechsle ich auf den Fusspfad, der sich parallel zur Strasse bergwärts zieht. Links unter mir rauscht der wilde Javro, und am Gegenhang zieht sich die Fahrstrasse Richtung Valsainte.

 

Nach einer guten Stunde treffe ich wieder auf diee, aber mein Weg verlässt sie nach wenigen Metern wieder, um zum Bachlauf hinab zu steigen. Nach der dritten Brücke steigt der schmale Weg stotzig hinauf zur Kartause.

 

Zwar ist das Kloster nicht zugänglich, aber bei einem Rundgang entlang der Mauer und einem Besuch in der Kapelle beim Haupttor gewinne ich dennoch einen guten Eindruck vom darin herrschenden Geist. Vermutlich war die Anlage zu ihrer Gründungszeit noch viel abgelegener!

 

Von nun an erkämpft sich der Weg - und ich auf diesem - den Aufstieg Richtung La Berra. Erst auf dem Strässchen, dann auf einem guten Pfad geht’s Meter um Meter in vielen spitzen Kehren aufwärts. Dabei öffnet sich der Blick zurück auf eine fantastisch gegliederte Topografie immer weiter. Unzählige Bachläufe haben in Tausenden von Jahren ihre Gräben geschaffen. Und auf den waldfreien Flächen liegen weit verstreut die Höfe der Bauern. Ackerbau ist in dieser Lage nicht möglich, also treffe ich hauptsächlich auf Weideflächen für das Vieh.

 

Ganz versunken in fast philosophische Betrachtungen gewinne ich immer mehr an Höhe und erreiche schliesslich den Gipfel 700 Meter höher als das Kloster. Nach kurzem Halt mit traumhafter Aussicht melden sich Hunger und Durst, die ich im Restaurant nahe der Seilbahnstation gepflegt stillen kann, bevor ich zur Talfahrt nach Le Brand aufbreche. Den Bus finde ich dann im nahen Dörfchen Montsoflo.

Charmey

Im Allgemeinen wird der Ort heute nur noch in der französischen Sprache benannt, lediglich in der unmittelbaren deutschsprachigen Nachbarschaft bis hinauf zum Jaunpass hört man noch das deutsche Galmis. Um Verwechslungen mit der Gemeinde Charmey bei Murten im Seebezirk zu verhindern, wird jenes mit dem Anhängsel (Lac) ergänzt.

 

Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts war der Ort im Gruyère durch die verbreitete Landwirtschaft geprägt. Die hier beheimatete Korbflechterei, die zur Hauptsache in Heimarbeit verrichtet wurde, war schon früher ausgestorben. Vieh- und Milchwirtschaft spielen jedoch bis heute eine wichtige Rolle. Das äusserst grosse Gemeindegebiet mit ausgedehnten Alpweiden erlaubt die Sömmerung des Viehbestandes mit der spezialisierten Alpkäserei. Hergestellt wird grösstenteils der typische Greyerzer Käse und einige wenige lokale Sorten wie der Charmey.

 

Weitere Arbeitsplätze bestehen im lokalen Kleingewerbe sowie im Dienstleistungssektor. Das Gewerbe beschäftigt sich mit den Gütern des täglichen Bedarfs, während vorallem der Tourismus mit Gastgewerbe und Hotellerie einen wichtigen Platz einnimmt. Daneben hat sich auch ein breit gefächertes Kunsthandwerk etabliert. Der Bau einer Seilbahn hinauf auf die Vounetse (siehe auch die gleichnamige Route!) und einigen Skiliften hat der Gemeinde seit den 60er Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung beschert. Dazu beigetragen hat sicher auch das neue Bäderzentrum im markanten Rundbau in der Dorfmitte, das mit dem Wasser der aus dem 18. Jrhd. bekannten Thermalquellen betrieben wird.

 

Die industrielle Entwicklung unten in der Region um Bulle mit der Schaffung vieler Arbeitsplätze, macht die Gegend um den Lac de Montsalvens auch als Wohngebiet äusserst attraktiv. Dies stellt besondere Herausforderungen an den öffentlichen Verkehr und die betreffende Infrastruktur.

 

Als kulturell herausragendes High-Light gilt wohl das nahe gelegene Kartäuser-Kloster Valsainte im Tal des Javro. Es ist die letzte noch bestehende Kartause in der Schweiz und besteht seit dem Jahre 1295.

Routenprofil

Lohnende Anstrengung
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route