Henniez

Eckdaten

Von Romont (FR) nach Henniez

 

Marschzeit 3h

 

Strecke 11.4 km     auf 170 m       ab 400 m

 

Karte/n 1:50'000 252T

 

Anforderung:

Route

Das kleine, kompakte Städtchen Romont thront samt stattlichem Schloss auf einem Hügel mitten im Tal der Glâne. Etliche Türme und Teile der alten Stadtmauer stehen noch heute. Die Bahnstation liegt auf der Westseite, ziemlich genau in der Mitte zwischen dem alten und dem neuen Teil.

 

Wenige Metern von den Geleisen entfernt überquere ich das Flüsschen Glaney und steige hinauf zum Neubauquartier La Vignetta. Dann erklimme den dahinter liegenden Hügel Las Dailles mit knappen 800müM. Nach einigen Schlenkern auf dessen Westseite erreiche ich das malerische Dörfchen Dompierre an der Flanke des nächsten Hügelkamms jenseits des Seyve.

 

Diesen Bach überschreite ich etwas nördlich gleich nochmals und begleite ihn zu einem tief eingeschnittenen Tal mit felsigen Wänden. Hier heisst er Ruisseau de Seigneux, wie das Dorf gleich nebenan. Bei den ersten Häusern wende ich mich nach rechts und durchquere es der ganzen Länge nach.

 

Von diesem fast Panoramaweg überblicke ich einen weiten Teil des völlig ebenen Tals der Broye mit Bahnlinie und breiter Strasse. Nördlich von mir schmiegt sich der Ort Henniez an den Hang.

 

Nach etwa 10 Minuten nimmt mich der Bois de Trémeule in seinen kühlen Schatten auf. Bald treffe ich auf ein weiteres Gewässer, das sich tief ins Gelände eingegraben hat, die Trémeule. Über der schmalen Fluh hat sich das ehemalige Kurzentrum von Henniez niedergelassen. Es bot erholsame Ruhe, Bäder in Mineralwasser sowie einen gepflegten Spazierpark beim Pavillon des Sources.

 

Ich folge dem Tobel stotzig abwärts zur heutigen Abfüllanlage des bekannten Mineralwassers und ziehe an den gewaltigen Gebäuden vorbei durch das Dorf. Der Wegweiser schickt mich jenseits der Strasse nach rechts und quert erst dann die Ebene. Grund für diesen Umweg ist der Bahnübergang, der bei der Kläranlage fehlt.

 

Bei dieser tausche ich die Geleise gegen die Broye, welche hier zur Landgewinnung gestreckt wurde. Demnach ist auch der Uferweg wie mit der Schnur gezogen völlig gerade. Immerhin säumen noch ein paar Bäume den eher langweiligen Abschnitt und spenden Schatten. Die Vögel halten zu dieser Tageszeit ihre Siesta. Um zur Bahnstation Henniez zu gelangen, schwenke ich beim Punkt 475 nach links und bin gleich da.

Henniez Mineralwasser

Mit der Inbetriebnahme der ersten Abfüllanlage nahm im Jahre 1905 die Société des Bains et Eaux d’Henniez die industrielle Produktion von Mineralwasser in Flaschen auf. Anfänglich galt Mineralwasser als Heilmittel und wurde in Apotheken feil gehalten.

 

Das Ende des 17. Jrhds. nahe bei den Quellen erbaute Hôtel des Bains erlebte durch die chemische und prophylaktische Analyse des Wassers einen eigentlichen Boom als Erholungsort. Auch der Absatz als Mineralwasser konnte dadurch deutlich gesteigert werden.

 

Henri Pahud aus Prilly übernahm 1916 die Firma und unterzeichnete 12 Jahre später einen Kooperationsvertrag mit den Mineralquellen Eglisau, um Henniez auch in der Deutschschweiz zu etablieren.

 

Als die Bäder 1930 still gelegt werden mussten, bekam das Unternehmen durch einen Einheimischen Konkurrenz. Dieser kaufte eine Quelle in der Nähe des Ortes Henniez, gründete die Firma Henniez Santé und profitierte auf diese Weise von der Bekanntheit des Namens Henniez. Die Folge war ein Jahrzehnte langer Rechtsstreit, der erst 1978 beigelegt wurde.

 

Das Konsumverhalten der Gesellschaft während des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich wie auch der Marktauftritt von Henniez. Das Heilmittel mutierte zum Tafelwasser, und neue Produktionstechniken halfen, der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Der neue Leiter der Firma, Edgar Rouge, ein Enkel Edgar Pahuds, führte das Unternehmen in den folgenden Jahren an die Spitze auf dem Schweizer Markt. Die Zusammenarbeit mit Eglisau wurde gekündigt und ein eigenes Vertriebsnetz in der Deutschschweiz aufgebaut.

 

Da Henniez bereits damals ein kohlesäurehaltiges und ein stilles Mineralwasser verkaufte, kam 1974 unter der Bezeichnung Henniez grün das schwach gesäuerte Wasser auf den Markt. Die bisherigen Sorten bekamen in der Folge die Farben rot für stark kohlensäurehaltig und blau für kohlensäurefrei.

 

Nach dem Abschluss der erwähnten juristischen Auseinandersetzung übernahm Henniez Lithinée den ungeliebten Konkurrenten Henniez Santé und nannte sich fortan Sources Minérales Henniez.

Routenprofil

Unbekannte Gegend mit bekanntem Namen
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Das Wetter auf der Route