Haute Gruyère

Eckdaten

Vom Montbovon nach Enney

 

Marschzeit 3h30min

 

Strecke 13.5 km     auf 350 m       ab 381 m

 

Karte/n 1:50'000 262T

 

Anforderung:

Route

Die Sarine, oder auch Saane, entspringt am Sanetschhorn oberhalb von Gsteig auf etwa 2500müM. In weiten Schleifen fliesst sie von den Berner Alpen herab und erreicht bei Montbovon die Haute Gruyère. Einige Stauwerke nehmen ihr den wilden Charakter, aber eine richtige Korrektion, wie sie anderen Schweizer Flüssen angetan wurden, hat sie erst weit unten erfahren. Ihr Bett verläuft einigermassen zielstrebig zum Lac de la Gruyère und wie erzürnt durch den Stau, wild mäandrierend bis zum Schiffenensee.

 

In Montbovon verlasse ich die Eisenbahn und wechsle beim Elektrizitätswerk auf die andere Flussseite. Bei der Mündung des Torrent mache ich einen kurzen Abstecher zur alten Brücke und ziehe dann über freies Feld weiter nach Lessoc. Am östlichen Talhang verläuft der Weg geradewegs in die Comb’Arimbourg, nicht wirklich ein richtiges Tobel.

 

Bei der Wanderung durch den Ort Grandvillard fallen mir etliche Häuser auf, die ich in diesem Stil hier nicht erwartet hätte. Gut, Schulhäuser aus den Fünfzigerjahren sehen schweizweit exakt gleich aus und riechen irgendwie nach Kreidenstaub. Andere Gebäude sehen aber aus, als ob sie aus dem Tessin stammten, ich will mich jedoch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen mit Baustilen. Vielleicht hängt dies auch mit der Anwesenheit der Armee zusammen.

 

Vielleicht nehmen Sie sich die gute Stunde Zeit, um am Hang zur Rechten emporzusteigen in die wilde Schlucht des Tâna de Plan Rion mit einem spektakulären Wasserfall?

 

Quer durch die Ebene des nun schon recht breiten Tales wechsle ich

ohne einen ausgeschilderten Wanderweg zu benutzen an einer kleinen Kapelle vorbei auf die gegenüberliegende Talseite. Unmittelbar an der Brücke treffe ich wieder auf einen gelben Wegweiser, der mich dem Ufer entlang nach Norden schickt.

 

Ganz am Fusse des Vanil Blanc verlaufen Strasse und Bahnlinie, als ob sie Angst vor Hochwasser hätten. Dann müssten die auf dem Campingplatz auch haben! Bald schwenkt der Weg scharf nach links zur Bahnstation Enney.

Cailler Schokolade

Ein Besuch im Maison Cailler in Broc/Gruyère bleibt unvergesslich. So beginnt der Text der Website des Schokoladen-Museums der Fabrik - und es entspricht der Wahrheit! Es ist den Initianten nämlich gelungen, ein Museum aufzubauen, das mit einem Museum im herkömmlichen Sinn nicht das Geringste zu tun hat. Vielmehr ist es ein Ort, wo der Besucher mit allen seinen Sinnen - falls er noch alle zusammen hat! - sowohl Historisches über das Haus Cailler und seinen Gründer erfährt, als auch den Weg von den Grundstoffen bis zur fertigen Schokolade erleben kann.


François-Louis Cailler erlernte nach der abgeschlossenen Lehre als Kolonialwarenhändler in Turin die Kunst des Chocolatiers. Nach seiner Heimkehr 1818 begann er Maschinen für die Schokoladenherstellung zu bauen. In Corsier-sur-Vevey gründete er ein Jahr später die erste Schokoladenfabrik der Schweiz und verkaufte seine Produkte in der noch heute üblichen Tafelform.


Sein Enkel François-Louis Cailler übernahm die Fabrik und zügelte 1898 nach Broc im Greyerzerland machte die Marke gross und zur umsatzstärksten Firma der Schweizer Schokoladenindustrie. Dessen Sohn Noël führte den Betrieb weiter und hielt am wachstumsorientierten Konzept fest. Doch die Expansion kostete viel Geld, weshalb er mit den Konkurrenten Peter und Kohler fusionierte und den Sprung ins Ausland wagte. Leider brachen die Umsätze als Folge des Ersten Weltkrieges ein und das Unter-nehmen in die Krise, bis es im Jahr 1929 von Nestlé geschluckt wurde. Zwar verblieben die Caillers im Verwaltungsrat der neuen Firma, hatten aber auf ihre Marke keinen Einfluss mehr.


Nach diesen äusserst lockeren Ausflügen in die Geschichte der Schokolade im Allgemeinen und in dieses Hauses im Speziellen wird die medial aufwändige Führung mit dem Thema Produktion fortgesetzt. Dabei erfährt der Besucher, dass die Herstellung von Schokolade gar nicht so einfach ist, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat. Zum einen gibt es verschiedenste Kakaosorten, die man übrigens probieren darf, und zum anderen bedarf es einer ausgewogenen Rezeptur aller Zutaten. 


Schliesslich treten wir ein in einen Produktionsraum und verfolgen die Entstehung der bekannten Branchli. Die hier gefertigten Muster gelangen nicht in den Verkauf, sondern stehen dem Publikum zur Degustation zur Verfügung.

Routenprofil

Eine äusserst abwechslungsreiche Flusswanderung
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route