Chalet du Soldat

Eckdaten

Von Im Fang (Jaun) nach Jaun

 

Marschzeit 5h

 

Strecke 11.7 km     auf 1010 m       ab 925 m

 

Karte/n 1:50'000 233T

 

Anforderung:

Route

Soldatenhaus tönt irgendwie nach Weltkrieg oder Kaserne. Mit diesen Überlegungen liegen Sie sogar richtig, das Chalet du Régiment oberhalb des Jaunpasses stammt tatsächlich aus dem Jahre 1943 und ist bis heute ein gern besuchtes Bergrestaurant.

 

Ich starte zu dieser anstrengenden Tour Im Fang, einem Dorf auf halber Höhe zwischen Charmey und der Passhöhe. Gleich bei der Bushaltestelle beginnt ein Wanderweg, welcher sowohl dem Fahrsträsschen als auch dem Klein Montbach nach Süden folgt. Anfänglich ist die Steigung noch moderat, steigert sich jedoch bald in stotzig. Die weiten Kehren der Strasse kürze ich ab, solange das noch möglich ist und lasse das rauschende Wasser tief unter mir.

 

Der Bach holt aber auf, und bei den Transportbahnen sind wir wieder gleichauf, sodass ich ihn überqueren kann und in der Falllinie zum Roten Herd und über den Hintersattel zum Soldatenhaus empor steige. Dort meine ich, eine Mittagspause verdient zu haben, also lasse ich mich nieder und geniesse die schmackhafte Mahlzeit.

 

Von nun an geht’s bergab, jetzt wieder auf gelb markiertem Weg über die Alpen Ober Sattel und Unter Sattel. Das junge Bächlein heisst, wie könnte es anders sein? - Sattelbach. Der nach  Nordwesten geneigte Hang der Gastlosen, für mich sehen die wirklich nicht einladend aus, aber ich bin wohl auch kein Massstab - heisst Schattenhalb. Das nützt mir nicht mehr viel, denn die Mittagssonne hat die Krete der Felsformation längst überstiegen.

 

Auf gutem Pfad komme ich gut voran und gelange schon bald ins Jauner Wintersportgebiet. Es zählt zu den kleineren im Land, ist dafür aber überschaubar und das finde ich besonders reizvoll.

 

Von der gegenüber liegenden Talseite grüsst die Burgruine Bellegarde zwischen dem Kappelboden und Jaun, von der aus man früher den Passübergang sehr gut kontrollieren konnte. Heute wird für die Überfahrt kein Wegzoll mehr verlangt. Über den Jaunbach gelange ins Dorf Jaun mit der Bushaltestelle.

Chalet du Régiment

Der Zweite Weltkrieg tobt 1943 rund um die Schweiz, und auch in ihrem Inneren geht einiges drunter und drüber. Tausende von Soldaten stehen Wache an der Grenze oder halten die Festungen „in Schuss“. Andere bereiten das Reduit vor, bauen Bunker und „Toblérones“ gegen feindliche Panzer.

 

Einer unter ihnen befürchtet mit grosser Sorgen wegen der durch lange Zeiten des Nichtstuns auf den Wachposten und der anhaltenden Abwesenheit von der Familie schwindende körperlichen Kondition und psychische Probleme. Es ist Paul Wolf, kommandierender Major des 16. Gebirgsjäger-Bataillons.

 

Er möchte zur Erhaltung des Corpsgeistes unter der gewaltigen Belastung der anhaltenden Bedrohung unseres Landes eine Regimentshütte bauen, in der sich die Kameraden treffen können zum Feste feiern ohne die militärische Belastung im Hinterkopf. In der sie auch mit ihren Familien zusammen sitzen und „abhängen“ können. Denn richtige Ferien sind mit dem bescheidenen Sold von 30Rappen pro Tag nicht zu finanzieren.

 

Der Weg zu dieser einmaligen Sozialeinrichtung für Soldaten ist jedoch äusserst steil und sehr steinig. Erst muss ein geeigneter Platz gefunden werden, auf dem ein solches Haus überhaupt gebaut werden kann und darf. Weiter soll eine Trägerschaft gegründet werden, die nicht nur den Unterhalt sondern auch die Belegung organisieren soll. Daneben gilt es, das erforderliche Geld für den Bau, aber auch für den anschliessenden Betrieb aufzutreiben.

 

Der Ort ist relativ rasch gefunden, er liegt im Zuständigkeitsbereich des 16. Gebirgsjäger-Bataillons, also in der Gegend des Jaunpasses im Kanton Fribourg. Nach über einem Jahr der Planung beschliesst der Kantonsrat eine Unterstützung von 10’000 Franken, und im Januar 1945 liegt das Bauholz bereit. Immer wieder muss die Arbeit aber unterbrochen werden wegen miltärischer Einsätze der Mannen im Bautrupp.

 

Wenige Monate nach dem Kriegsende kann die erste Soldatenstube der Schweiz dann eingeweiht und ihrem Zwecke übergeben werden. Um die Besucherzahlen zu steigern, steht das Haus schon bald der gesamten Bevölkerung offen. Aber der extra gebaute Sessellift muss trotzdem zur Materialbahn umgebaut werden, zu schlecht läuft das Geschäft.

 

Routenprofil

Anstrengende Tour mit historischem Hintergrund
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route