Canal d'Entreroches

Eckdaten

Von Chavornay nach La Sarraz

 

Marschzeit 4h30min

 

Strecke 17.0 km     auf 547 m       ab 489 m

 

Karte/n 1:50'000 251T

 

Anforderung:

Route

Vom Bahnhof Chavornay (448), einem Dorf mit etwa 3600 Einwohnern, gelange ich in südöstlicher Richtung quer durch die Ortschaft und unter der Autobahn hindurch zur Sägerei am Flüsschen Le Talent. Wieso es so heisst, weiss ich nicht, aber es muss schon ein besonderes Talent haben! Diesem Bach folge ich nun gegen die Flussrichtung und erreiche die kleine Brücke, welche mich zur Moulin de Bavois hinüber führt. Bäche wie der Talent fliessen meist in einem Tobel, also steige ich jetzt in weiten Kehren langsam zum Waldrand. In einer langen Geraden gelange ich nach Le Coudray. Nochmals überquere ich die Autobahn und verlasse die Strasse kurz vor der spitzen Abzweigung nach Bavois. 

 

Eine Abkürzung erspart mir einige Meter Hartbelag. Dem Waldrand entlang führt ein schmaler Weg, der mich später hinunter an ein Bächlein lenkt. Auf dessen anderer Seite liegt die grosse Lichtung Tuilérie. Bei deren nordwestlicher Ecke nimmt mich ein Pfad auf, der mich hinab führt zur Bahnlinie, die genau da in einem kurzen Tunnel verschwindet.

 

Ich bin nun auf dem Weg durch die Überreste des einstmals geplanten Jahrhundert-Bauwerks. Der vorgesehene Kanal verläuft zwischen schroffen Felsbändern und führt sogar noch etwas Wasser. Südlich dieser Enge hätte dann der grosse Abstieg an den Genfersee begonnen, an dem das Projekt schliesslich gescheitert ist. Dort kann ich die ganze Geschichte dieser grossartigen Vision auf einigen Infotafeln nachlesen.

 

Am Waldrand bietet sich eine Variante zur Strasse an, die ich gerne annehme, obwohl der Weg recht stotzig empor geht auf den Mormon. In vielen Schlenkern erreiche ich die Kante einer gigantischen Kiesgrube. Der eine Ast des Wanderweges will nach Eclépens, aber ich ziehe das Strässchen, das unmittelbar bei der Bahnlinie nach rechts abzweigt, vor. Es führt mich dem südlichen Hang dem Rebberg entlang nach La Sarraz, wo es - im Gegensatz zu Eclépens - eine Bahn-Haltestelle hat. Allerdings hält der französische TGV hier nicht!

Le Canal

In der allgemeinen Aufbruchstimmung nach dem Dreissigjährigen Krieg, also im frühen 17. Jahrhundert, entstanden in ganz Europa neue Verkehrswege zu Land und zu Wasser. Durch dieses Netz war es möglich, einen regen Warenhandel aufzuziehen, ohne weite Umwege über das Meer in Kauf zu nehmen. Vor allem die reformierten Niederlande fürchtete den Weg durch die Strasse von Gibraltar, die vom katholischen Spanien kontrolliert wurde.

 

Die Franzosen galten weit herum als Spezialisten im Bau von schiffbaren Kanälen. Deshalb verwundert es nicht, dass ein Bretone namens Gourmet 1638 mit der Verwirklichung einer Schiffsstrasse im schweizerischen Mittelland begann. Zehn Jahre später war mit dem Durchbruch in der Klus von Entreroches die Ziel beim Neuenburgersee mit der Venoge verbunden. Aber das Ziel lag noch in weiter Ferne. Auf 12 Kilometern wäre ein Gefälle von ganzen 59 Metern zu überwinden gewesen, und das hätte an die 40 Schleusen erfordert. Das hätte nicht nur eine Unmenge Geld verschlungen, sondern nachher die Fahrt mit dem Schiff fast unerträglich verlangsamt. Somit hätten die Waren trotz des Kanals für dieses letzte Stück umgeladen und auf der Strasse transportiert werden müssen.

 

Weil deshalb der Kanal lediglich regionale Bedeutung erlangte, rentierte der Betrieb ab Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr und der Betrieb musste nach einem Brückeneinsturz im Jahre 1829 gänzlich aufgegeben werden. In den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts fassten einige Investoren die Reaktivierung des Kanals ins Auge, mussten aber aus den gleichen Gründen wie beim ersten Versuch aufgeben.

 

Heute besteht noch ein schnurgerader Bach in der Ebene bei Chavornay, welcher jedoch nicht mehr befahrbar wäre und in der Klus von Entreroches (Zwischenfelsen) sind noch Spuren des damaligen Bauwerks zu sehen. Allerdings wurde dessen Profil beim Bau der Bahnlinie mit Ausbruchmaterial aus den beiden Tunnels zugeschüttet. Auch an der Südseite der Klus bei Eclépens täuscht das heutige Profil über die wirkliche, ehemalige Tiefe hinweg, weil er auch hier als Deponie für Kies und Erde herhalten musste.

 

Routenprofil

stark überhöht!
stark überhöht!
Grenzen der Technischen Machbarkeit
Enthält alle obigen Informationen
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Das Wetter auf der Route